Zusammenfassung der Handlung
Die Geschichte, welche Anfang des 19. Jahrhunderts spielt, handelt vom langsamen Zerfall der bürgerlichen Familie Tobler. Erzählt wird der Roman aus der Perspektive des 23 Jährigen Gehilfen Joseph Marti, welcher von der nahegelegenen Stadt kommt, um beim Erfinder Tobler zu arbeiten. Der strenge Patriarch Tobler will mit diversen skurrilen Erfindungen, wie einer Reklame-Uhr oder einem Schützenautomaten, Geld verdienen. Das nötige Kapital für sein Unternehmen wurde ihm vererbt. Der Gehilfe hat sowohl zu der Familie, wie auch zu seiner Arbeit ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits sieht er sich als Teil des Hauses Tobler, andererseits ist er nur der Gehilfe, was ihm weder Kritik noch Beurteilungen erlaubt. Bei der Arbeit schwankt er dabei zwischen skrupulöser Selbstkritik und grosszügiger Oberflächlichkeit. Er arbeitet zum Einen mit wildem Eifer und zum Anderen gibt er sich daraufhin wieder dem behaglichen und selbstgefälligen Wohlleben hin, das im Hause Tobler auch noch kurz vor dem Untergang der Familie beibehalten wird. Das Unternehmen Toblers gerät zunehmest in Schieflage, weil die auf Werbeeinnahmen aufbauenden Produkte keine Investoren finden. Zudem lebt die Familie Tobler bis zu Letzt über ihren Verhältnissen. Schliesslich besteht Josephs Arbeit fast nur noch aus dem Vertrösten von Gläubigern, der Pflege des Garten und des Hauses und im Kartenspiel mit der Dame des Hauses. Als der vor dem Bankrott stehende Tobler am Neujahrstag einen seiner in letzter Zeit häufigen Wutanfälle bekommt zieht Joseph Marti davon, ohne den Rest seines Gehaltes bekommen zu haben.
Problematik des Textes
Die Geschichte des unterwürfigen Gehilfen und dem Patriarch Tobler zeigt den Klassenunterschied in der damaligen Gesellschaft aus der Sicht des Schwächeren. Dabei verdeutlicht es nicht nur die Nachteile des Gehilfen, sondern auch dessen Vorteile.
Hauptpersonen
| Joseph Marti | Der 23-jährige nimmt nach seiner Zeit als Soldat und Fabrikangestellter eine Stelle als Gehilfe an. Seine Charakterzüge weisen eine Mischung aus Keckheit und Unterwürfigkeit auf, wobei seine Reflexionen, -stilistisch und erzähltechnisch der erlebten Rede und dem inneren Monolog nahe, -seine latente Entwicklung spiegeln. |
| Karl Tobler | Der Erfinder und Patriarch der Familie Tobler ist unstet, spekulier freudig und wenig geschäftstüchtig, erfindet jedoch diverse skurrile, meist unbrauchbare Gegenstände. Dabei lässt er kaum andere Meinungen zu und neigt zu Wutausbrüchen. |
| Frau Tobler | Die begeisterte Jass-Spielerin kommt aus bourgeoisen Kreisen und weiss sich, anders als ihr Gatte, jederzeit sich zu benehmen. Sie ist sich bewusst, wer sie ist und lässt ihren Lebensmut bis zum Schluss nicht sinken. Ihr Charakter ist zugleich leichtsinnig und schwermütig. |
These zum Buch
Robert Walsers „Der Gehülfe” ist ein Werk Schweizer Literatur, welches durch seine präzisen Beschreibungen besticht. Dies nicht nur bei der wunderschönen Landschaft um den Zürichsee, sondern auch bei zwischenmenschlichen Situationen im Hause Toblers.
Quellen
| Buch: Robert Walser, Der Gehülfe, Zürich, 1985, Suhrkamp Verlag |
| Buch: Kindlers neues Literatur Lexikon, Band 17, Seite 388 - 389, München, 2000, Komet Verlag |
| Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gehülfe , 05. Februar 2009 |
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